Wie man die Veränderungen des Lebens anerkennen kann

Portraitbild susanne Müller

Der folgende Beitrag beruht auf dem Einführungsvortrag des Workshhops "Yoga und die Veränderungen des Lebens" mit Susanne Müller am 25. Januar 2022 in der Yogaschule von Michael Meyer in Blieskastel

Das Leben eines Menschen geht einher mit einer kontinuierlichen und natürlichen Veränderung. Leidvoll wird es dann, wenn er diese Veränderungen nicht akzeptiert oder dagegen ankämpft.

Warum wollen wir eigentlich ständig festhalten und worin liegt die Lösung? Yoga kann einen wunderbaren Lösungsbeitrag leisten.

Durch liebevolle Achtsamkeit auf die feinen Yogabewegungen (Asanas) und auf den Atem (Pranayama) kann man lernen die immerwährenden Veränderungen wahrzunehmen und anzuerkennen.

Wir stellen uns dann nicht mehr die Frage: „Warum ist das so“, sondern stellen staunend fest: „So ist das jetzt“.

Feststellung:

Das Leben ist ständige Veränderung und Bewegung. Die Erde dreht sich sehr schnell und auch unser Körper ist ständig in Bewegung. Auch unser Atem ist in ständiger Bewegung und folgt dabei einem gewissen Rhythmus. Selbst unsere Gedanken sind mehr oder weniger in Bewegung. Alles ist in Bewegung. Ich stelle fest, dass alles was sich bewegt auch verändert.

Problem:

Veränderung wird nur bis zu einem gewissen Grad von uns akzeptiert.

Wir akzeptieren zwar die Veränderung vom Kind zum Erwachsenen, unsere schulische und berufliche Entwicklung, aber wehe, wenn diese Veränderungen nicht unseren Wünschen entsprechen oder deren anderer. Die Veränderung vom Kind zum Erwachsenen kann man ja aber auch leicht anerkennen. Manche Menschen sehnen sie sogar geradezu herbei. Das Alter und die Vergänglichkeit unseres Lebens anzuerkennen ist dagegen deutlich schwieriger, obwohl es sich ja um eine völlig natürliche Veränderung handelt. Wenn wir den Wandel nicht akzeptieren oder dagegen ankämpfen kann leicht Druck entstehen und leidvolle Spannungen.

Mit der Coronapandemie erleben wir auch gerade einen starken Veränderungsprozess, der bei vielen Menschen Druck und Leid auslöst, wie viele Studien bestätigen.

Viele fühlen sich zunehmend gestresst. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Für Stress sorge u.a. vor allem der Eindruck, dass das Leben nicht mehr kalkulierbar und planbar sei, so die Geschäftsführerin des Instituts, Renate Köcher. So vieles ist plötzlich unsicher geworden. Die Sorge um den Erhalt des Jobs wächst und auch ob und wann man endlich mal wieder unbeschwert in Urlaub fahren kann ist ungewiss.

Die Jahre 2020 und 2021 waren geprägt von sehr starken Veränderungen mit rasanter Geschwindigkeit. In dieser Zeit wurden viele aus ihren geliebten Gewohnheiten geworfen. Alles war plötzlich anders und das ist nicht einfach zu akzeptieren.

Zu gerne halten wir fest an dem was uns lieb und teuer ist. Wir erwarten, dass alles bleibt wie es war. Und das ist das Problem. Es bleibt nämlich nichts wie es war.

Warum wir festhalten?

Gewohnheiten geben uns eine scheinbare Sicherheit. Unser Leben soll bitte so sein wie wir es uns vorstellen mit Gesundheit, finanzieller Unabhängigkeit und Anerkennung. Vieles entwickelt sich aber anders als wir uns das wünschen. Veränderung wird deshalb für manche Menschen zu einem richtigen Schockerlebnis.

Lösungsideen des Yoga:

Die Lösung liegt im Anerkennen dessen, dass das Leben so ist wie es ist und nicht so wie wir es gerne hätten. Dies gelingt aber nur, wenn die vielen Gedanken in unserem Kopf sich beruhigen, sich die vielen „wenn und abers“ und die Gier „nach immer mehr haben wollen“ oder zumindest, dass wir das was wir haben auf jeden behalten können, endlich verebbt. Das nennt man auch wunschlos glücklich sein.

Yoga kann dazu einen wunderbaren Lösungsbeitrag leisten: Durch die liebevolle Achtsamkeit auf die feinen Yogabewegungen (Asanas) und vor allem auf den Atem (Pranayama) kann man lernen kleinste Veränderungen in sich wahrzunehmen und anzuerkennen.

Man kann durch Yoga und Meditation lernen, die Veränderungen ruhig anzuschauen und die daraus resultierenden Erkenntnisse gewinnbringend in seinen Alltag zu übertragen.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Lasst uns Windmühlen bauen.

Bleiben Sie gesund

Ihre Susanne Müller