Ich kann jetzt nicht - kann das Unwort Deines Lebens sein

Blog von Michael Meyer Teil 1

Warum bist Du so gereizt? Ich bin nicht gereizt!!!!!!

Jedes Jahr aufs Neue sind wir mehr oder weniger motiviert mehr für uns zu tun. Meistens ist die Motivation aber schon nach kurzer Zeit dahin und wir verfallen wieder in alte Muster, denn wir suchen den Umschalter in unserem Kopf. Der Umschalter ist aber in unserem Körper zu suchen. Was wir uns vornehmen geht immer von unserm Kopf aus. Wenn wir uns vornehmen abzunehmen, uns besser zu ernähren, uns mehr zu bewegen und mehr Sport zu machen, uns mehr zu entspannen, nicht mehr so gereizt zu sein und uns über alles Mögliche aufzuregen und vor allem uns nicht zu viele Gedanken zu machen. Was bleibt nach wenigen Wochen von dem Vorgenommenen noch übrig?

Und ich frage mich auch wie das gehen soll, sich nicht mehr so viele Gedanken zu machen?

Das beste was wir uns vornehmen könnten ist noch etwas mit dem Körper zu machen, denn die Intelligenz, die wirklich etwas bewegt ist in unserem Körper zu finden und nicht in unserem Kopf. Kennen Sie das auch, Sie wollen abends einschlafen, weil es wirklich ein sehr anstrengender Tag war, aber ihr Kobold in Ihrem Kopf hört nicht zu und macht sich lieber weiter Gedanken, die es nicht zulassen, dass Sie einschlafen können? Wenn es aber beispielsweise gelingt die Aufmerksamkeit auf die feinste Ebene des Körpers zu lenken, den Atem, verändern sich sofort alle Gedanken und Gefühle. Ich finde es immer unglaublich, wenn unsere Yogateilnehmer darüber berichten, wie die Yogaübung ihre Gedanken und Gefühle positiv verwandelt.

Rein auf der Gedankenebene die Gedanken abzuschalten ist sehr anstrengend und wird auch immer schwieriger, weil unser Gehirn immer mehr Reize verarbeiten muss in kurzer Zeit. Dabei kann unser Gehrin leicht überhitzten. Was geschieht, wenn eine Schaltzentrale überhitzt? Es fliegen alle Sicherungen raus oder es kommt zu einer Explosion. Logischerweise erzeugen zu viele Reize Hitze und Unruhe in unserem gesamten Organismus, was sich besonders in unserem Herz- und Kreislaufsystem widerspiegelt. Hin kommt noch, dass eine Reizüberproduktion in unserem Leben auf einen dunklen Gehilfen unseres Gehirns, namens Smartphone, zurückzuführen ist.

Christiane Stenger berichtet in ihrem Buch „Lassen sie ihre Zeit nicht unbeaufsichtigt“ über die verblüffenden Ergebnisse einer Studie. Es mussten sich Menschen 15 Minuten in einem Raum aufhalten ohne Smartphone und anderen Ablenkungsmöglichkeiten. Nur ein Elektroschocker lag vor ihnen. Da sich die Probanden die Reizlosigkeit kaum aushalten konnten fügten sich 25 % der Frauen und fast 70 % der Männer lieber selbst Schmerzen zu, als die Zeit ohne Reize auszuhalten. Dieses Ergebnis ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass alle Probanden den Elektroschocker vorher getestet und angegeben hatten, sie würden sogar Geld bezahlen, um sich diesen Schmerz nicht mehr noch einmal aussetzen zu müssen.

Das wäre wohl nicht mit Smartphone passiert, über dessen Reize man sich hätte spüren können. Glaubt man einer amerikanischen Studie gilt als handysüchtig derjenige, der sein Handy über 60-mal am Tag nutzt. Davon sollen ungefähr 176 Millionen Menschen weltweit betroffen sein.

Ein sehr beunruhigendes Ergebnis wie ich finde, denn das würde bedeuten, dass wir die reizlose Ruhe nicht mehr aushalten und wir uns über äußere Reize spüren müssen und dass wir von äußeren Reizen gesteuert werden. Wir hätten dann die Kontrolle über unsere Leben verloren.. Wir werden fremd gesteuert und sind damit manipulierbar.

Um die Selbstbestimmung wieder zurückzuerlangen muss man einen Entzug machen von der immerwährenden Reizabhängigkeit. Man muss lernen sich diesen Reizen zu entziehen. Das bedeutet Desidentifikation, die Freiheit zurückzuerlangen und die Kompetenz zu wählen, wann wir mit welchem Teil unseres Selbst identifiziert oder von welchem Teil wir desidentifiziert sein wollen.

Wir identifizieren uns mit vielen Dingen. Mein verehrter Yogalehrer Sriram, von dem ich so vieles gelernt habe, sagte einmal:

„Das einzige mit was wir uns identifizieren sollen, ist mit uns selbst.“

Sich nicht zu identifziernen mit den vielen Rollen und Verantwortungen in unserem Leben, nicht mit dem was wir uns alles angeschafft haben und auch nicht mit unseren Gedanken. Ja es geht auch um die Desindentifikation mit den Gedanken. Wir machen das wenn wir glauben, dass das was uns die Gedanken vorgaukeln real ist und nichts als die reine Wahrheit. Die Neurowissenschaft sagt uns aber etwas ganz anderes.

Die Gedanken sind eine reine Erfindung unseres Gehirns und immer davon abhängig, wie es uns gerade geht. Von daher sind sie nicht mehr als eine Illusion (Prof. Gerald Hüther)

Wie genial unsere Gedanken auch immer sein können, es sind nur Gedanken. Also geht es auch um die Desidentifikation der Gedanken. Das kann man lernen, so wie man eine Sprache lernen kann. Man kann die Gedanken nicht abschalten, aber man kann lernen sie die anzuschauen, wie man sich einen Film anschaut, ohne selbst mitzuwirken. Diese Erfahrung lässt alles in einem andren Licht erscheinen.

Es gibt dazu wunderbare Yoga- und Meditationsübungen.

„Beginne deshalb jetzt damit Deine Gedanken zu beruhigen. Dazu gehört auch einmal nichts zu machen, außer zu beobachten und ohne einzugreifen.

Warte damit nicht auf morgen. Mache: -ich kann jetzt nicht - nicht zum Unwort Deines Lebens. Beginne Jetzt.“

Wenn Ihnen der 1. Teil des Blogs gefallen hat, sind Sie doch einfach wieder dabei beim 2. Teil, den ich schon in den nächsten Tagen einstellen werde.

Haben Sie Lust auf eine kleine online- Beruhigungs- Meditationsübung am 25. März 2022 von 19:00- 19:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos

Lassen Sie mich wissen, wenn Sie dabei sein möchten.

In Verbundenheit

Michael Meyer