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Weihnachtsgrüße Kirsten Wentz

Wir alle sind unterwegs, mal alleine, mal zusammen, jeder auf seinem Weg. Dabei scheinen uns manche Situationen ziemlich misslich, andere bedeutungslos, lange Strecken empfinden wir als mittelmäßig, hin und wieder erleben wir Großartiges. Das verändert sich, wenn die Geschichten gehoben werden, wenn lose Teile zusammengefügt werden. Dann erschließt sich die Sinnhaftigkeit, rote Fäden treten hervor. Dann entpuppen sie sich oftmals als bedeutsame Geschichten von Wandlung. Sie erzählen von Wegen des Mutes, der Transformation, von großen Entwicklungen. Es gibt eine sich ähnelnde Choreographie bei Transformationsgeschichten. Es beginnt mit einer Herausforderung. Dabei ist es gleich, ob diese anfangs angenommen oder geleugnet wird. Sie wird sich melden, immer wieder, immer lauter, bis sie akzeptiert wird. Die Zeiten der Hindernisse beginnen, die inneren und äußeren Auseinandersetzungen, das Überprüfen. Das ist der anstrengendste Teil der Geschichte, zu dem auch die dunkle Nacht der Seele gehört. Doch irgendwann werden unterstützende Kräfte sichtbar, heilsame Gedanken in der Stille, Zuspruch von guten Freunden, Inspirationen am Wegesrand...Im Weitergehen, im Vertrauen, im „was ist, darf sein“, wird der Wandelraum betreten und das, was sein darf, beginnt sich zu verändern. Transformationsgeschichten erzählen von Wandlung, die zugleich Heilung ist und Weisheit in sich trägt. Wenn Menschen ihre Geschichten teilen, lassen sie andere auf mögliche Wege schauen, ihre Herausforderungen anzugehen. Sie erzählen von unterschiedlichsten Herangehensweisen und Lösungen. Sie eröffnen verschiedene Wege zu Weisheitsquellen und zur Kreativität. Vielleicht hat die eine oder andere Geschichte hilfreiche Impulse oder heilsame Antworten für uns bereit. Sie verströmen einen Hoffnungsduft, denn sie öffnen Wege zu den Quellen...... ( frei nach Cambra Skade) Im Yogasutra finden wir ebensolche Hinweise, dass wir erst anerkennen müssen, was ist, bevor Heilung durch Veränderung möglich wird, dass in der Stille Antworten auf uns warten und dass die Geschichten und die Weisheiten anderer uns als Vorbild dienen und als Stütze. Wir können in den Übungen des Yoga und in den alten und neuen Texten dieser Tradition Inspirationen finden, genauso wie im Austausch unserer heutigen Geschichten miteinander. Ein wohl für alle Menschen schwieriges Jahr voller Herausforderungen neigt sich seinem Ende zu. Verluste, Unsicherheiten, Ängste, Entbehrungen haben jeden auf seine Weise getroffen und herausgefordert und tun es noch. Denn wer weis schon, was uns im nächsten Jahr erwartet. Doch letztlich haben alle Menschen zu allen Zeiten solche Phasen des Wandels durchlebt und am Ende doch gemeistert. Wenn wir also einen Blick zurück werfen auf die Weisheiten die uns hinterlassen wurden und unsere Geschichten von heute miteinander teilen, stehen die Chancen gut, dass auch wir unbeschadet in die Zukunft gelangen. So wünsche ich allen Frohe Feiertage und vertraue auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Kirsten Wentz